Ralph Müller-Wagner

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Aktuelles: Februar 2017

Ralph Müller-Wagner

Mein erstes Theaterstück


Wolfram von Stauffenberg und
Ralph Müller-Wagner im Gespräch

Die Dramaturgie war schon immer ein Fach, in welches ich heimlich verliebt war. Nun habe ich endlich mein erstes Theaterstück für eine Person verfasst. Inspiriert durch Wolfram von Stauffenberg begann ich letztes Jahr mit der Konzeption und auch der Umsetzung des Zweiakters. Protagonist ist ein Psychopath, der Unheilvolles anstellt...

Über Inszenierung und Zeitplan der Premiere wird demnächst auf dieser Seite zu lesen sein.

 

Porträt

Erwin Strittmatter
E. Strittmatter
von Ralph Müller-Wagner

Er war der größte Volksschriftsteller der ehemaligen DDR. Talentierter, einmaliger Wortschöpfer mit Gespür für feinsinnige Poesie, tief greifender Wahrheit, humorvoller und anspruchsvoller Literatur. Seine Romane »Der Laden« und »Der Wundertäter« machten ihn neben weiteren erfolgreichen Werken berühmt. Man könnte auch sagen: Erwin Strittmatter war Kult im damaligen sozialistischen Deutschland. Und das nicht unberechtigt.
Der Autor wurde 1912 in Spremberg geboren. Sein Vater war Kleinbauer und Bäcker. Die Kindheit verbrachte Strittmatter in Bohsdorf (Niederlausitz), wo die Eltern auch einen Krämerladen betrieben. Im »Laden«, autobiografischer Roman, beschreibt er sein Heimatdorf näher und nennt es sorbisches Grodk. Bis zum 16. Lebensjahr lernte er am Realgymnasium und begann danach eine Bäckerlehre. Später arbeitete er in verschiedenen Berufen. So als Bäckergeselle, Tierwärter, Hilfsarbeiter, Kellner oder Chauffeur. Als Sohn der Arbeiterklasse aufgewachsen und durch Familie und Umfeld geprägt, fand Strittmatter noch vor Beginn der NS-Zeit Zugang zur SPD. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges desertierte er als Soldat. Ab dem Jahr 1945 kehrte Strittmatter zu seinen Wurzeln zurück, arbeitete wieder als Bäcker und schrieb nebenbei als Redakteur für eine hiesige Zeitung. Später war er auch als Amtsvorsteher mehrerer Gemeinden in der Niederlausitz tätig. 1951 erschien sein erster Roman Ochsenkutscher. Seit 1954 lebte er zurückgezogen als freier Schriftsteller und Pferdezüchter in Dollgow/Gransee, im Ruppiner Land, wo er den Schulzenhof kaufte, mit seiner zweiter Frau, der Lyrikerin Eva Strittmatter (1930-2011), bis zu seinem Tod. Erwin Strittmatter starb am 31. Januar 1994.
Der eigenwillige Autor, der von 1959-1961. Sekretär des des Deutschen Schriftstellerverbandes war, hielt sich an einen strikten Arbeitsplan. Gleich am frühen Morgen begann er zu schreiben. An der Tür seiner Schreibstube hing ein Schild mit den Worten: Bitte nicht stören.

Zwei seiner Zitate:

»Die wirksamste Art, Erkenntnisse zu verbreiten, ist, nach ihnen zu leben.«

 

»Der Sinn meines Lebens scheint mir darin zu verstehen, hinter den Sinn meines Lebens zu kommen.«

 

Erwin Strittmatter hinterließ mit seinen Arbeiten einen unermesslichen literarischen Schatz. Dabei verstand er es wie kein anderer, dem Volk auf die »Gosche« zu schauen. Kein Wunder also, dass man den begnadeten Autor auf das Podest »Sorbischer Volksschriftsteller«, hob. Sein autobiografischer Roman »Der Laden« wurde später auch verfilmt. In all seinen Werken setzte er sich stark mit der Entwicklung des Alltagslebens auf dem ostdeutschen Land auseinander. Man kann hier durchaus Parallelen zu Emile Zolas Werk „Die Erde“ (La terre, 1887, Weltliteratur) ziehen. Dieses Werk widerspiegelt, in eindrucksvoller Sprache verfasst, den dramatischen Zerfall einer ländlichen Familie im alten Frankreich. Bis heute einer meiner Lieblingsromane (Anmerkung des Redakteurs).
Strittmatter verstand es auch, den lesenden Geist seiner Bücher zum Nachdenken in alle Richtungen zu verleiten. Dabei untermalte er seine Arbeiten mit einer so wunderbaren zarten Poesie, Wortschöpfungen und Aha - Effekten, dass man in die Versuchung kommt, bestimmte Sätze mehrmals hintereinander genüsslich einzuatmen. Sein tiefes Gespür, für das Versteckte in der Natur, die Schönheit und Einmaligkeit des Augenblickes in Worten festzuhalten, ist eines seiner großen literarischen Verdienste. Natürlich half ihm auch seine Naturverbundenheit, die reiche Lebenserfahrung, dem Sinn des Lebens auf die Schliche zu kommen, denn in seinen Arbeiten schlummert ein tiefer See philosophischen Geistesgutes. Den Leser ergreift ein Himmel voller Demut. Er kannte das Leben, viele Arbeitsgriffe, Dank seines Aufenthaltes in verschiedenen Berufen. Empfehlenswert ist der Erzählband »3/4 hundert Kleingeschichten« , (Aufbau Verlag Berlin und Weimar, 1970) Zeugnis, dass auch die pointierte Kurzgeschichte ein Recht besitzt, Erzählbände zu füllen. Hier ein tiefsinniges Kleinod:

Sehnsucht

Die Wolken traten zur Seite, der Himmel klärte sich, und die Schneekristalle veränderten sich im Sonnenlicht. Viele von ihnen wechselten die Gestalt, verschwanden in der Erde und begaben sich auf die unterirdische Strecke des Wasserkreislaufs.
Nebenstrahlen des Sonnenlichts, die das menschliche Auge nicht wahrnimmt, drangen durch die Federn der Vögel, erreichten ein kleines Sonnensystem in den Vogelleibern, die Drüsen, und die Drüsen sandten ihre wunderwirkenden Säfte ins Vogelblut. Die Vögel wurden lustig, lüstig und sehnten sich.
Als der Mensch den Gesang der Vögel vernahm und die Sonne auf seiner Haut fühlte, gingen auch in ihm Veränderungen vor: Seine Singstimme löste sich, und da er nicht wusste, was er singen sollte, summte er, und seine Nasenhöhle vibrierte und setzte sein Hirn und den Sitz seiner Sehnsucht in Schwingungen.

 

Einige von Erwin Strittmatters Werken:
  • Romane:
    • Ochsenkutscher (1951)
    • Tinko (1955)
    • Der Wundertäter 1-3 (1957, 1973, 1980)
    • Ole Bienkopp (1963)
    • Der Laden 1-3 (1983, 1987, 1992)
  • Erzählungen und Kurzprosa:
    • Pony Pedro (1959)
    • Schulzenhofer Kramkalender (1966)
    • Ein Dienstag im September (1969)
    • Die Nachtigall-Geschichten (1972, 1977, 1985)
    • Selbstermunterungen (1981)
    • Lebenszeit (1987)
  • Dramen:
    • Katzgraben (1953)
    • Die Holländerbraut (1959)

Und vielleicht bin auch ich eine Spinne wie jene dort, die sich kopfunter vom Baume seilt. Und vielleicht webe auch ich da und dort mein dünnes Netz und spanne es in den Schneisen aus, und einige meiner Mitmenschen stehen vor dem Gewebe und bewundern es, und anderen ist es nichts als eine Belästigung für ihre Wimpern und Nasenspitzen.

Erwin Strittmatter

 

Die erste Lesung

Die attraktive Frau mittleren Alters ist innerlich aufgewühlt, als ihr der Postbote eine Büchersendung überreicht. Sie dankt mit einem flüchtigen Lächeln, schließt rasch die Tür, öffnet in stiller Erwartung das Päckchen. Augenblicke später hält sie ein Buch in den zitternden Händen. Ihr Gesicht strahlt vor Freude und Glück. Es ist ein Roman. Ihr Roman. Erzählt wird die bewegende Geschichte einer alleinerziehenden Mutter. In einer Gesellschaft, die von sozialer Kälte bestimmt wird. Ein alltägliches Frauenschicksal von vielen.

Die Frau kann es noch gar nicht fassen, denn nun ist sie eine richtige Autorin. Immer wieder liest sie ihren Namen auf dem Buchcover. Ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Ein Traum, den sie unaufhörlich lebt. Der ihre Kindheit zieht, ihre Jugend. Sie ist zu Tränen gerührt.

Was hat sie nicht alles für Kraft, Ausdauer oder Fleiß in dieses Buchprojekt getragen. Wie viel persönliche Entbehrungen auf sich genommen. Zwölf Publikumsverlage lehnen das Manuskript ab, weil ihre Programme einfach ausgefüllt sind. Aber beim dreizehnten Versuch klappt es schließlich. Ein aufstrebender, erfolgreicher Kleinverlag sichtet das Manuskript, nimmt es in sein Programm auf.

Wie intensiv die Druckerschwärze riecht, denkt sich die junge Autorin mittleren Alters. Wie schön der Einband gestaltet ist. Wie frisch ich auf dem Foto aussehe. Ach, wie dankbar ich dem Verlag bin, der an mich geglaubt, das Buch publiziert hat. Fünfhundert Seiten Gedankengut. Ihr Gedankengut. Fünfhundert Seiten Schmerz, Verzweiflung, Liebe, Enttäuschung, Hass, Hoffnung. Jetzt ist ihr Werk endlich in der realen Welt angekommen und sie spürt des Buches Drang, seine Leserinnen und Leser zu erreichen. Aber ganz so einfach ist jenes Bedürfnis nicht. Sie weiß, ein Buch verkauft sich nicht von allein, wenn es geschrieben ist. Es will vermarktet sein. Der engagierte Verlag wird sie dabei unterstützen. Er hat Werbung geschaltet, Rezensionsexemplare an die Presse und den Rundfunk verschickt, verfügt über gute Kontakte zu Buchhandlungen. Auch auf seiner Verlagsseite im Internet betreibt er einschlägig Werbung, ohne die sich ein Buch sehr schwer verkaufen lässt. Das Verlagsteam ist bemüht, seine Autorin in die Marketing-Strategie einzubinden. Das kollektive Miteinander festigt die innere Überzeugung zum Produkt Buch.

Während eines Meetings erarbeiten sie gemeinsam ein Konzept. Jeder unterbreitet konkrete Vorschläge, die in Form von Schlagwörtern an eine Tafel geschrieben werden.

Wie erreicht man gezielt mehr Öffentlichkeit, den interessierten Leser, die Zielgruppe. Eine Anzeige im Deutschen Börsenblatt wird geschaltet, damit Buchhandlungen vom Erscheinen des Buches erfahren und sie es vielleicht einlisten. Die Vorstellung auf kleineren, effekttieferen Buchmessen ist ein weiterer Gesichtspunkt. Die Autorin lässt sich Visitenkarten drucken, mit Buchtitel und ISBN - Nummer. Sie wird einen anspruchsvollen Internetauftritt erhalten. Eine offizielle Autorenhomepage mit Biographie, Bibliographie, Buchvorstellung, Leseprobe, Rezensionen. Auch fällt ganz unweigerlich das Wort Lesungen. Man schlägt ihr vor, sich mit ihrem Werk einem Publikum zu präsentieren. Da schlägt sie ängstlich die Hände über dem Kopf zusammen, zieht eine säuerliche Miene. Sie hat noch nie jemandem etwas vorgelesen. Der Marketing-Chef beruhigt seine Jungautorin, spricht ihr Mut zu. Ein Schriftsteller braucht Öffentlichkeit, um sich und seine Werke ins Gespräch zu bringen, seinen Bekanntheitsgrad zu fördern.

Eine Woche später sind Termin und Location für die erste Lesung bereits gefunden. Die örtliche Stadtbibliothek hat sich angeboten. Buchhandlungen des Landkreises sind im Gespräch. Eine Gruppe alleinerziehender Muttis bittet zur Lesung mit anschließender Diskussionsrunde. Das Verlagsteam ist begeistert. Die Autorin weniger. Ihr wird ganz mulmig in der Magengegend, wenn sie nur an das Wort Lesung denkt.

Wie gestalte ich bloß die erste Veranstaltung? Wie kriege ich das Lampenfieber in den Griff, besiege meine Angst vor dem Publikum? Wie beginne ich? Welche Textstellen trage ich vor? Was ist, wenn ich versage, kein Ton über die Lippen fährt? Ist meine Stimme in Ordnung? Verspreche ich mich auch nicht? Werden mich die Leute in der hintersten Reihe verstehen? Ob ich mit Mikrofon lese? Muss ich eventuell Fragen zum Thema oder den Hauptfiguren beantworten? Kommt überhaupt jemand? Sind Bekannte oder Freunde unter dem Publikum, die ich persönlich eingeladen habe? Was ziehe ich an? Lege ich mir eine neue Frisur zu? Immer wieder versucht sie die vielen Fragen zu beantworten. Sie hat diese alle sauber auf einem Blatt Papier notiert. Oberflächlichkeit passt nicht zu ihr. Zu einem Schriftsteller schon gar nicht.

In den folgenden Tagen sammelt sie praktische, wertvolle Tipps von erfahrenen Autoren im Internet, die in konstruktiven Autorenforen tätig sind, sich gegenseitig unterstützen. Dort fühlt sie sich gut aufgehoben. Transparenz und Qualität sind das Bestimmende. Selbstdarsteller und Möchtegern - Autoren haben bei diesen Arbeitsgruppen keine Alternative. Sie werden schnell ausgemustert.

Die motivierte Autorin nutzt auch die Gelegenheit, zwei Lesungen bekannter Kollegen in der Nachbarstadt zu besuchen. Sie vergleicht, wägt ab, zieht ihre Schlüsse aus den „Lehrbeispielen“ der ganz besonderen Art. Zuhause macht sie Atemübungen, setzt sich vor den Spiegel in ihrem Ankleidezimmer, beginnt langsam mit Betonung den ausgewählten Text aus ihrem Roman zu lesen. Dabei schaut sie öfter in den Spiegel, als ob sie in das Publikum blicken würde. Dialogszenen spricht sie mit Gefühl, hebt oder senkt ihre Stimme. Schon bald stellen sich kleine Erfolge ein. Textsicherheit ist garantiert. Sie schaltet das Tonbandgerät aus, spult das Band zurück, hört sich das Vorgetragene noch einmal genau an. Zufrieden geht sie voller Erwartung ins Bett, denn bald erwacht ein neuer Tag. Ein Tag, den es zu erobern gilt. Es wird ihr Tag sein.

Abends, kurz vor 20 Uhr. Die Veranstaltung beginnt. Scheinwerfer sind mitten auf die Bühne gerichtet, wo ein Stuhl und ein mit Blumen gedeckter Tisch stehen. Die innere Aufregung der Protagonistin legt sich. Sie ist vollkommen ruhig, als die Bibliotheksleiterin sie dem erwartungsbeladenen Publikum vorstellt. Der Saal ist bis auf den letzten Platz besetzt. Die Autorin richtet nun selber ein paar persönliche Worte an ihr Publikum, leitet das Thema kurz ein. Dann liest sie. Als sie damit fertig ist, applaudieren alle sehr lange. Schon hebt eine junge Frau die Hand, stellt eine Frage. Andere folgen ihrem Beispiel. Eine anregende Diskussion schließt sich der Lesung an. Es werden Bücher verkauft. Die Autorin signiert stolz. Glücklich fährt sie nach Hause und mit ihr eine angenehme Erfahrung, die sie niemals missen möchte. Die erste Lesung.

Fantasy und Literatur

von Ralph Müller-Wagner

Obwohl Fantasy immer mehr an Beliebtheit unter den deutschen Lesern gewinnt, steckt sie noch tief in den Kinderschuhen. Mancher Verleger oder Literaturkritiker runzelt die Stirn, wenn er guten Fantasy-Stoff von Autoren angeboten bekommt. Im konservativen Oberbayern tun sich sogar manche Veranstalter schwer, wenn Autoren aus ihren Fantasy-Romanen lesen wollen. Hexen- und Vampirgeschichten vereinen sich eben nicht mit den Prinzipien katholischer Glaubensgemeinschaften. Dabei vollzieht die beste Literatur eine Synthese zwischen Fantasy und Realismus, weil Fantasy ganz klar auf die objektive Realität reagiert. Somit ist der phantastische Realismus untrennbar mit der literaturkritischen Nomenklatur verbunden.

Fantasy in den Mittelpunkt des literarischen Themas transportieren. Durch die Kraft unserer Gedanken eine Welt der Vorstellung erschaffen, in der Protagonisten sich im ewigen Kampf zwischen Gut und Böse bewegen. Die fantastischen Welten nach Ursache und Wirkung hinterfragen. Wie auch das geheimnisvolle Wesen der Natur und dem fiktiven Universum. Selbst das Unfassbare ist ein untrennbarer Bestandteil unseres Lebens. Es begegnet uns mehr oder weniger im Alltag. Manch einer mag nur nicht darüber sprechen, weil er meint, der andere belächelt ihn und glaubt nicht an Wunder. Aber ist es nicht schon fantastisch, wie sich das Leben vollzieht? Welches Wunder Mensch aus einer winzigen Eizelle in die objektive Realität geboren wird? Von der wir nicht einmal wissen, ob sie nicht auch ein Produkt der Fantasie ist, wenn man einige Vertreter der neuen Physik richtig interpretiert? Die Welt existiert nur, wenn man sie beobachtet, besagt eine Theorie. Also wer beobachtet uns dann? Und wer ist unser geistiger Schöpfer? Der Schöpfer des uns bekannten Universums? Fantasy? Jeder darf ruhig einmal tiefer darüber nachdenken.

Fantasy-Literatur fordert die Kreativität aller Autoren heraus, die ihr Handwerk verstehen sollten. Sie können ihre (geborgte?) Fantasie ausleben, denn Gegenwärtiges ist so gegenwärtig, dass es bereits langweilig erscheint, weil man den Alltag kennt. Der fantastische literarische Stoff wird nicht langweilig sein, wenn Autoren plastisch arbeiten, in die Figuren gehen, in deren Gedankenwelt aus Träumen, Sehnsüchten, Wünschen und inneren Auseinandersetzungen.

Mythen, Sagen, Märchen, Legenden, Folklore, Fabeln, mystisches Mittelalter, Horror, dunkle Welten, schwarze Magie, heroische Abenteuer, Zwerge, blutige Schwertkämpfe, grimmig kalte Gebirgsregionen, wundervolle Wald- und Wiesenlandschaften, andere Naturgesetze, neuartige Flora und Fauna und natürlich unverwechselbare neue Wesen, mit Eigenschaften ausgestattet, die überirdisch sind, unterscheiden die vielen Formen des weit umfassten Begriffes Fantasy. Manch einer, der heute in sozialer Kälte lebt, flüchtet sich in diese Welten und wärmt seine Seele damit auf. Wie einst das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern.

Heute flüchten immer mehr Menschen aus der oftmals kalten, realen Welt in die Fantasy, weil unsere rationale, materialistische Gesellschaft alles Übernatürliche und Okkultistische ablehnt. Warum eigentlich? Keiner weiß wirklich, was sich unter unseren Schädeldecken abspielt, was die Wissenschaft das Leben aus ihrer Sichtweise zu erklären versucht. Selbst Moleküle und Atome müssen eine Art Bewusstsein auf transzendenter Ebene besitzen. Woher sollten sie sonst wissen, wie sich zum Beispiel ein materieller Körper zusammensetzt? Was war eher da? Geist oder Materie? Und ist es nicht der Geist, welcher die Materie durchtränkt?

Gedanken sind frei. Und in Freiheit sollte sich auch die Fantasy-Literatur bewegen dürfen. Ohne Vorurteile und Verleumdungen. „Harry Potter“ und „Herr der Ringe“ haben schon längst die Welt erobert.

Francis Bacon – ein modern denkender Naturwissenschaftler sagte einmal:

Wir dürfen das Weltall nicht einengen, um es unseren Grenzen des Vorstellungsvermögens anzupassen. Wir müssen vielmehr unser Wissen ausdehnen, so dass es das Bild des Weltalls zu fassen vermag.