Ralph Müller-Wagner

Autor der Literatur-Agentur Axel Poldner

Autor der Chiemgau Autoren

Dramaturgischer Leiter beim
Bundestourneetheater Wolfram von Stauffenberg

 

Aktuelles: Mai 2013

Ralph Müller-Wagner

Marquartstein wird Lesedorf

Die idyllische Alpengemeinde in der Nähe vom Chiemsee, zentral gelegen, zwischen Salzburg und München, wird erstes Lesedorf am touristischen Markt Deutschlands.

Das Konzept aus England und Fankreich, mit kulturellen Events rund um das Buch, verspricht ein Magnet mit Erinnerungswert zu werden.

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Als einheimischer Autor erfüllt es mich schon mit Stolz, bei diesem Projekt mitwirken zu dürfen.

Erstes persönliches Projekt, ist der „Storytausch“ zwischen Schule und Autor. Das Ergebnis wird in Kürze öffentlich gemacht.

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Mein erstes Theaterstück


Wolfram von Stauffenberg und
Ralph Müller-Wagner im Gespräch

Die Dramaturgie war schon immer ein Fach, in welches ich heimlich verliebt war. Nun habe ich endlich mein erstes Theaterstück für eine Person verfasst. Inspiriert durch Wolfram von Stauffenberg begann ich letztes Jahr mit der Konzeption und auch der Umsetzung des Zweiakters. Protagonist ist ein Psychopath, der Unheilvolles anstellt...

Über Inszenierung und Zeitplan der Premiere wird demnächst auf dieser Seite zu lesen sein.

 

Interview Uwe Hassbecker

Uwe Hassbecker

Ralph Müller-Wagner: Hallo Uwe, danke, dass du etwas Zeit gefunden hast. Silly ist ja momentan überall in den Medien, bei vielen TV-Stationen und Musiksendern präsent. Und da gibt es einige Schlagwörter: Das neue Album »Kopf an Kopf«. Gratulation. Wie lange habt ihr daran gearbeitet und wann wurde der erste Ton, der erste Gedanke daran aktiviert?

Uwe Hassbecker: So genau lässt sich das gar nicht sagen. Wir haben ja während der noch laufenden Alles Rot Tour schon Skizzen gesammelt, zu allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten Songschnipsel und Melodien ins Handy gesäuselt. Das Song schreiben geht dann automatisch in die Produktion über. Das wird immer mehr zu einem Prozess. Aber man kann sicher sagen, dass wir ca. eineinhalb Jahre im Studio daran gearbeitet haben.

Ralph Müller-Wagner: Wie entwickelt sich die erste musikalische Idee? Ist der Text zuerst da oder die Melodie? Hast du immer gleich ein Riff und eine Harmonie auf der Gitarre parat? Und dann musst du dir ja echt Gedanken bei der Entwicklung des Songs machen, wie du ihn durch deine verschiedensten Interpretationsmöglichkeiten der Saiteninstrumente musikalisch ins Leben rufst. Du spielst ja nicht nur Gitarre und Geige.

Uwe Hassbecker: Bei uns gibt es eigentlich fast alle Spielarten. Manchmal werden Texte vertont, manchmal entstehen Text und Musik parallel. Ich persönlich bevorzuge aber, zuerst zu komponieren. Da ich meistens sehr großen Wert auf schlüssige und runde Melodien lege, muss sich die Melodie in diesem Fall nicht dem Text unterordnen, sondern bleibt federführend. Oft geht es mit kleinen Skizzen auf der Gitarre los, oder mit einer Melodie, die ich im Kopf habe. Ich versuche alles sofort festzuhalten und singe oder spiele es in mein iPhone. Das kann mitunter zu skurrilen Situationen führen, wenn ich beispielsweise mitten in einem Meeting oder bei ner Party was in mein Handy summe. Man darf aber nicht damit warten, sonst ist unter Umständen Minuten später die vielleicht genialste Idee einfach weg.
Später höre ich mir die ganzen Skizzen an und schnappe mir zuerst die, die mich am meisten packen. Das passiert dann oft schon im Studio, wo ich dank der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, relativ schnell das Klangbild, dass sich während der Arbeit in meinem Kopf bildet, umsetzen und hörbar machen kann. Das beschränkt sich dann nicht nur auf Gitarre und Violine, sondern passiert mit allen verfügbaren Instrumenten. Manchmal ist es aber auch ne ewige Fummelei und nicht jede Idee stellt sich als gut heraus.

Ralph Müller-Wagner: »Kopf an Kopf« ist ein dynamisches, qualitativ gutes Album mit feinsinniger Analyse im typischen Silly-Sound geworden. Gratulation. Alltagsgeschichten werden in Balladen erzählt, die authentisch sind, mit denen man sich durchaus identifizieren kann. Tansportieren Silly mit dem Album, wofür sie in der Gesellschaft stehen? Darf man es auch politisch nennen?

Uwe Hassbecker: Ja klar, kann man es auch politisch nennen. Allein vom Song „Vaterland“ ausgehend, bleibt Dir gar nichts weiter übrig. Aber wir haben uns noch nie als Politrockband begriffen und Tagepolitik ist für unsere Lieder nicht geeignet. Das ist zu vergänglich. Für uns ist wichtig, dass die Lieder Bestand haben und vielleicht auch noch in 20 Jahren funktionieren. Uns gibt es ja schon eine kleine Weile und es ist schön, zu beobachten, dass so was funktionieren kann. Viele der alten Songs aus der SILLY-Schatzkiste sind dank ihrer Texter Werner Karma, Gerhard Gundermann und nicht zuletzt Tamara sehr klug und mit Weitblick gedacht und erscheinen heute in einem völlig neuen Licht, aber nicht weniger aktuell. Wir greifen gerne auch gesellschaftliche, oder zwischenmenschliche Themen auf, die die Menschen berühren und in denen man sich vielleicht auch selbst wiederfindet. Vielleicht wird so was auch immer wichtiger, je mehr Zeit vergeht und je mehr man erlebt hat.
Aber wenn’s brennt, machen wir schon den Mund auf. Das kann sich auch in Aktionen äussern, wie zum Beispiel beim gemeinsamen Konzert mit Udo Lindenberg und vielen anderen Künstlern, gegen Rechte Gewalt im Dezember 2011 in Jena.

Ralph Müller-Wagner: Anna Loos zeichnet sich beim neuen Projekt als bedeutende Lyrikerin aus. Wie wichtig sind Texte für euch? Sind diese Spiegelbild eurer innersten Wünsche, Hoffnungen und Vorstellungen?

Uwe Hassbecker: Texte, Inhalte spielen für SILLY schon immer ne entscheidende Rolle. Den Grundstein dafür hat nachhaltig Werner Karma in den achzigern gelegt. Wir wollen einfach etwas mitteilen, weil wir was zu sagen haben. Anna hatte schon beim Alles Rot Album das Bedürfnis eigene Texte mit einzubringen. Aber sie war noch nicht so weit. Nun bei Kopf an Kopf hat sie einen großen Teil der Texte mit geschrieben und ihre Gedanken und Gefühle hineingebracht. Insofern ist das Album sehr authentisch, weil es eben die eigenen Zeilen sind, die von ihr gesungen werden. Manchmal sind das bestimmt auch Geschichten aus ihrem Leben, oder Beobachtungen aus unserem.
Texter, oder auch Komponist für SILLY zu sein, ist bestimmt nicht leicht. Die Latte hängt einfach verdammt hoch und manchmal ist es auch kein einfacher Prozess, bis wir alleine unter uns vieren zufrieden sind. Am Ende aber ist es eine kreative Auseinandersetzung, die nur eines zum Ziel hat, Kopf an Kopf das Optimum zu erreichen.

Ralph Müller-Wagner:Ist »Kopf an Kopf« im eigenen Studio produziert? Falls ja, was habt ihr da für eine geile Anlage, denn das Album ist technisch hochwertig produziert?

Uwe Hassbecker: „Kopf an Kopf“ ist eine Art Patchwork Produktion. Viele der Songs haben ihren Ursprung in unserem Studio, dass auf jeden Fall alle Voraussetzungen für eine moderne, hochwertige Produktion erfüllt. Ein wichtiger Ort, an dem sehr viel entsteht und wo am Ende auch die Fäden wieder zusammenlaufen. Dort wird beurteilt, was tauglich ist und was neu gemacht werden muss. Einige Songs sind dann auch bis zum FinalMix dort geblieben. Mit anderen sind wir, nachdem wir die Basics bei uns aufgenommen haben, weiter ins Valicon Studio1 und 2 gezogen und haben dort sehr intensiv mit unseren Coproduzenten Ingo Politz und Bernd Wendland gearbeitet. Es ist gut, jemanden zu haben, dem man vertraut, der von „aussen“ draufguckt und hilft die Songs in die richtige Richtung zu lenken. Viele der Drumparts wurden im Valicon Studio4 von Mic Schröder aufgenommen. Für einige Orchestersounds und Konzertflügel sind wir zu Ole in die Tonscheune Oleak gegangen.
Zwei Songs haben ihren Ursprung im kleinen Studio von Anna und einer davon ist dann von Moritz Enders und Alexander Freund im Tritonus Studio zu Ende produziert worden. Ein drittel des Albums hat Moritz gemischt, ein drittel Ingo und Bernd und ein drittel ich. Also Patchwork im wahrsten Sinne des Wortes.

Ralph Müller-Wagner: Wie viel Zeit investiert man z. B. um den charismatischen Song »Im See« einzuspielen?

Uwe Hassbecker: Das ist so genau schwer zu sagen. Da gab es eine Entwicklung. Am Anfang war eigentlich nur die Melodie mit den Harmonien auf ’ner Akustikgitarre und ein Soundbild, was ich im Kopf hatte. Dann beginnt noch ohne Text die Arbeit. Du musst Dir ’ne Songstruktur erstellen, sprich Intro, Verse, Refrains, Bridges in eine musikalisch-dramaturgisch sinnvolle Reihenfolge bringen. Sounds basteln und zusammenbringen, Drummings programmieren, Instrumente einspielen, bis es ungefähr so klingt, wie in Deinem Kopf. Im Fall von „Im See“ haben wir das von Anna mit NaNa besungene Demo dann Werner zum betexten geschickt. Er hatte was das Thema anbetrifft komplett freie Hand und hat aber den Charakter des Liedes so dermaßen gut verstanden, dass wir beim ersten lesen des fertigen Textes Gänsehaut bekamen. Erst damit wird eine Musik zum Lied. Werner sagt immer Komposition und Text sind wie Mutter und Vater des Songs. Wir sind sozusagen die Eltern von „Im See“. Besser kann man es nicht beschreiben. Was das Klangbild anbetrifft, inspiriert dann so ein Text natürlich nochmal. Ich habe die Struktur leicht verändert, die Chöre mehr verdichtet und versucht dem Stück noch mehr Dramatik zu verleihen. Vieles davon ist übrigens selbst gesungen, zum Beispiel der seltsam anmutende Knabenchor in der Mitte. Höher konnte ich wirklich nicht ;-) Aber zurück zur Frage der Zeit. Ich habe mal nachgeschaut, die erste Skizze zu dem Lied ist vom 12.11.2011 und die erste gültige Version mit Text gab es am 21.02.2012. Zwischendurch arbeitet man natürlich auch an anderen Liedern.

Ralph Müller-Wagner: Wo seid ihr demnächst live zu erleben und wo überall im TV?

Uwe Hassbecker: Ab 11.05. startet unsere Tour und alle Termine findet man am besten und sehr aktuell auf www.silly.de. Vielleicht noch ein kleiner Hinweis auf die nächste TV Show, am 04.05.13 – 20:15 Uhr Das Erste – „Klein gegen Groß“ mit Anna im Showduell und uns als Musik Act.

Ralph Müller-Wagner: Spielt ihr bei Konzerten nur Songs vom neuen Album oder auch eure Klassiker?

Uwe Hassbecker: Natürlich sind auch die Perlen aus der SILLY Schatzkiste im Programm. Wir können uns nur schwer entscheiden. Momentan haben wir eine Umfrage auf unserer Homepage. Da können sich alle aktiv an der Gestaltung des Konzertprogramms beteiligen. Wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis.

Ralph Müller-Wagner: Gibt es einen festen Stamm an Fans, die bei all euren Konzerten dabei sind und welche Erinnerungen hast du in all den … ja man kann schon Jahrzehnten sagen, an eure Fans?

Uwe Hassbecker: Na klar gibt es einen festen Stamm. Viele bekannte Gesichter sieht man oft an den verschiedensten Orten in den ersten Reihen wieder. Es ist schon Wahnsinn, was manche auf sich nehmen, um uns mehrfach zu erleben. Alleine die Strecken, die Zeit und dann müssen die ja auch noch übernachten und so. Das zeugt schon von wahrer Liebe zu unserer Musik und vielleicht auch zu uns. Es gibt einem als Künstler ein gutes Gefühl, eine Art Basis. Viele von ihnen haben sich seit einigen Jahren im Sillyfanclub organisiert, der ganz reizend von unseren „Wilden Mathilden“ Antje und Romy betreut wird. Die beiden gehen hier und da auch schon mal an ihre Grenzen, was die Fanclubarbeit anbetrifft. Wir versuchen so gut es geht, mit kleinen Aktionen wie Fanclubtreffen oder ähnlichem etwas zurückzugeben. Das ist natürlich manchmal aus Zeitgründen nicht immer möglich, aber wir bemühen uns ehrlichen Herzens.

Ralph Müller-Wagner: Wie definieren sich Silly? Welche Art von Rock ist für euch bezeichnend?

Uwe Hassbecker: Für SILLY gibt es keine Schublade, weder textlich, noch musikalisch. Wir sammeln auf unserem Weg alles auf, was uns interessant erscheint und manches davon fließt auch in unsere Lieder ein. In jedem Fall ist es ein breites Spektrum, mit hohem Anspruch an uns selbst und immer von Veränderung geprägt. Kein SILLY Album ist wirklich wie das davor und trotzdem sagt man uns eine Handschrift nach, einen roten SILLY Faden, der alles zusammenhält.

Ralph Müller-Wagner: Silly ist wieder eine verschworene Musiker-Familie. Auch wenn es mal eine längere Unterbrechung gab, eure Musik, verbunden mit aussagekräftiger Lyrik, war und ist immer aktuell in den Herzen eurer unzähligen Fans. Was ist das Geheimnis von Silly? Ist es mehr als Erinnerungen, Motivation, Uwe? Ist es immer noch Tamaras Vermächtnis, der Mythos dieser bewundernswerten Seele, die über euch schweben, wie eine energiegeladene Kumuluswolke, schön, unvergesslich und unverwechselbar? Oder war es ein Aufbruch zu neuen Ufern, einer neuen Identität?

Uwe Hassbecker: Die Antwort liegt teilweise in Deiner Frage. Es ist ein Aufbruch, es ist Veränderung, es ist die vielleicht sinnlose Suche nach Vollkommenheit. Die werden wir wahrscheinlich nie erreichen, aber es lohnt sich sie anzustreben. Dabei fällt mir unser Lied „Die Ferne“ ein. Stillstand ist der Tod. Natürlich haben wir unsere Vergangenheit, auf die wir stolz sind und mit der wir untrennbar verbunden sind, so wie mit Tamara. Das ist unsere Basis und aus der entsteht Neues.

Ralph Müller-Wagner: Wie lange wird es Silly noch geben? Bis zur Rockerrente, so wie bei unseren legendären Puhdys?

Uwe Hassbecker: Schauen wir, wo uns die Reise hinführt. Musik, die Bühne und der Applaus sind auf jeden Fall gute Drogen, mit hohem Suchtpotential.

Ralph Müller-Wagner: Nun zum Gitarristen Uwe Hassbecker. Du bist in einer Musikerfamilie aufgewachsen. Deine Mutter Eva Hassbecker war Opernsängerin. Dein leiblicher Vater Herbert Kegel Chef der Dresdener Philharmonie, dein Stiefvater Thomas Müller Komponist und Dirigent und dein Bruder Björn Casapietra ist Tenor. Kommst du auch aus der Klassik und was hat dich damals am Blues, Jazz, Soul, Rock fasziniert?

Uwe Hassbecker: Die Freiheit. In der klassischen Musik bist Du sehr an vorgegebene Muster gebunden. Im Prinzip käust Du wieder, was andere schon millionen mal vor Dir getan haben. Immer und immer wieder. Natürlich muss es auch das geben und es war sicherlich auch ne gute Schule für mich, aber auf Dauer wurde mir das zu eng. In der Rock – und Popmusik bist Du frei. Du kannst viele Dinge beim spielen für Dich selbst entdecken und so im besten Falle Deinen Stil entwickeln, der Dich unverwechselbar macht.
Ich hatte vielleicht meinen eigenen musikalischen Kopf und der hat sich in mir durchgesetzt. Natürlich hatte ich das Glück, mit SILLY eine Heimat zu finden, in der ich alles ausleben kann, auch meine Liebe zur Klassik. Ich denke, auch das ist auf den letzten beiden SILLY Alben nicht zu überhören.

Ralph Müller-Wagner: Du hast in jungen Jahren in der Uschi Brüning Band und bei Modern Soul gejazzt und gesoult, später bei Stern Meissen klassischen und auch Rock gespielt. Unterschiedliche musikalische Genren. Stationen der Erfahrungen und unterschiedlichsten Eindrücke?Bist du jetzt endgültig im Rock angekommen und bleibst da?

Uwe Hassbecker: Ich bin bei dem angekommen, was wir seit Jahren machen. Von jeder Station habe ich bestimmt etwas mitgenommen, bzw. wurde mehr oder weniger davon geprägt. Eigentlich kannst Du es nennen, wie Du möchtest, Hauptsache nicht „Ostrock“ ;-)

Ralph Müller-Wagner: Du stehst mit beiden Beinen bei Silly. Hast du nicht trotzdem mal Bock auf ein Soloprojekt, so wie Steve Vai, Joe Satriani? Du bist ja als begnadeter Gitarrist ein oft gefragter Studiomusiker, filigran aber auch hart und manch einer würde dich gerne mal richtig abrocken hören und sehen. Gibt es da einen Geheimplan, Uwe? In der DDR warst du ja auch bei den »Gitarreros«.

Uwe Hassbecker: Naja, ich habe im Laufe der Zeit schon ein zwei mal darüber nachgedacht, aber meine Arbeit bei und für SILLY erfordert schon sehr viel Zeit. Da bleibt im Moment wenig Raum. Ausserdem begreife ich mich weniger als Gniedelgitarrist, sondern mehr als Gesamtmusiker. Wenn mir in diesem Sinne mal ein schönes Konzept begegnet, wer weiß... Man sollte also niemals nie sagen.

Ralph Müller-Wagner: Welche war deine erste Gitarre, wann hast du zum ersten Mal auf einer Westgitarre (Markennamen) gespielt und wie viel Gitarren besitzt du heute?

Uwe Hassbecker: Meine erste Gitarre war eine sogenannte Wandergitarre, die ich von meiner ersten Freundin geschenkt bekommen habe. Die war ziemlich ramponiert und die fehlenden Saiten habe ich durch Angelsehne ersetzt. Dann habe ich mir das selbst beigebracht. Meine erste Gitarre, die etwas taugte, war eine schwedische „Hagström“, ähnlich einer Gibson SG. Das war so ungefähr 1976. Heute besitze ich schon ein paar mehr. Ich habe so gut wie nie eine Gitarre weggegeben, ausser diese Hagström und eine, die heute im Hardrock Cafe Berlin hängt. Gezählt habe ich nicht, aber da ist schon so einiges zusammengekommen.

Ralph Müller-Wagner: Deine Lieblingsgitarre oder Gitarren?

Uwe Hassbecker: Habe ich ganz ehrlich nicht. Natürlich schälen sich immer ein paar heraus, die ich eine Zeit lang sehr gerne benutze. Aber das ändert sich immer mal. Ich versuche immer die Instrumente zu finden, die zu dem was ich gerade tue am besten passen. Manchmal ein anstrengendes Auswahlverfahren und vor allem Live eine Materialschlacht ;-) Aber bestimmte Dinge gehen eben nur mit bestimmten Instrumenten. Das ist der Preis für unsere musikalische Vielfalt. Im Moment sind es vor allem Gitarren von Duesenberg und Gibson und im akustischen Bereich meine „Dove“ und eine neue der Firma „Breedlove“, die mich inspirieren. Auf jeden Fall habe ich beobachtet, dass mit jeder neuen Gitarre meistens auch ’ne neue Songidee kommt. Also oft eine gute Investition in die Zukunft.

Ralph Müller-Wagner: Feilst du auch am Sound einer eigenen Gitarre, um sie später auf den Markt zu bringen? Vielleicht eine »Hassbecker Stratocaster«, lacht?

Uwe Hassbecker: Sagen wir mal so... Es gibt Gespräche und ich würde mich natürlich freuen, wenn mal so was klappt.

Ralph Müller-Wagner: Wie wichtig sind dir deine Kinder? Keine Frage, dass sie stolz auf ihren Daddy sind. Aber zeigen auch sie musikalische Ambitionen und gibt es sogar gemeinsame musikalische Projekte?

Uwe Hassbecker: Meine Kinder, meine Familie ist neben der Musik das wichtigste in meinem Leben. Sicher war und ist es nicht leicht mit einem Vater wie mir, dessen Leben sich oft nicht nur scheinbar ausschließlich um die Musik dreht. Das ist schon ein sehr egoistisches Leben, aber anders kann man in unserer Branche nicht überleben. Meine Familie ist mein Rückgrat und ohne die Unterstützung meiner Freundin, die als Ärztin auch einen nicht ganz unanstrengenden Beruf hat, könnte ich nicht machen was ich tue. Was sie alles abfedert, ist schon Wahnsinn. Daniel, einer meiner großen Söhne spielt seit einigen Jahren bei SILLY mit. Er spielt Cello, zweite Keyboards und ab und zu auch Gitarre. Er spielt bei uns nicht als Sohn, sondern als Kollege. Daniel hat sich im Laufer der Jahre zu einem sehr zuverlässigen und guten Musiker entwickelt. Sein zweites Standbein ist übrigens Tim Bendzko. Aber auch zu meinen anderen Kindern habe ich glücklicherweise viel Kontakt. Daniels Zwillingsbruder Sebastian besucht uns zusammen mit seiner Freundin ab und zu und wir verbringen wir auch mal ’n gemeinsamen Urlaub. Er hat eher ’n Faible für Malerei und ist ein herzensguter, zuverlässiger Mensch. Na, der dritte heißt Leo, ist sozusagen im Studio groß geworden und wird in einigen Tagen 15.
Er will unbedingt Musiker werden, was ich nicht ganz ohne Sorge beobachte und spielt seit seinem dritten Lebensjahr Schlagzeug. Wie schon auf „Alles Rot“, hat er auch auf „Kopf an Kopf“ wieder einen Song im Studio, nämlich „Vaterland“ eingetrommelt. Und die kleinste heißt Clara, wird bald 7, lernt Klavier und singt einfach wunderbar. Mich würde nicht wundern, wenn sie ähnlich meiner Mutter irgendwann das Opernfach für sich entdeckt. Alles in allem bin ich sehr sehr stolz auf meine Kinder. Durch sie bemerkt man aber auch ganz deutlich, wie die Zeit rennt...

Ralph Müller-Wagner: Hättest du drei Wünsche frei, welche wären das?

Uwe Hassbecker: Gesundheit, Glück für meine Familie und dass ich möglichst lange Musik machen kann.

Ralph Müller-Wagner: Herzlichen Dank für das Interview, persönliches Glück und Erfolg mit Silly und all deinen Vorhaben.